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Prinzessin Sayako wird Frau Kuroda

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Prinzessin Sayako wird Frau Kuroda

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Wenn in Japan eine kaiserliche Prinzessin einen bürgerlichen Ehemann wählt, dann muss sie sich vor der Trauung aus dem aus dem Elternhaus verabschieden.Ein Gesetz aus dem Jahr 1947 sieht das so vor.Die einzige Tochter des Kaiserpaares verliert durch ihre Ehe mit einem bürgerlichen Stadtplaner ihren Adelsstatus nebst Appanage.

Die 36jährige Sayako geht den umgekehrten Wegim Vergleich zu ihrer Schwägerin , der heutigen Kronprinzessin Masako. Die brillante Harvard-Absolventin, perfekt in mehreren westlichen Sprachen, hatte das Leben in der weiten Welt der Diplomatie eingetauscht gegen die Enge des kaiserlichen Palastes mit seinem Hofamt, dass ihr seither jeden Schritt vorschreibt. Jahrelang hatte der kaiserliche Hof vergeblich versucht, eine passende Gattin für den Kronprinzen zu finden. Diverse Kandidatinnen hatten, nachdem sie zur Begutachtung in den Palast zum Tee gebeten worden waren, sich Ohrlöcher stechen lassen. Damit gilt ein Mädchen nach den Hofkriterien nicht mehr als “unversehrt” und kommt somit nicht mehr als Braut für in Thronfolger in Fragen. Viele junge Damen waren abgeschreckt durch das, was über die Leider der aktuellen Kaiserin durchsickerte. Mit ihr hatte erstmals ein Kaiser eine Bürgerstochter geehelicht. Das überaus strenge Hofregelement setzte ihr dermaßen zu, dass sie für kange Zeit erkrankte. Aber eine passende Braut für den Kronprinzen musste her.Passend, das hiess vor allem, sie sollte den Thronfolger gebären.So gesehen, war der Jubel nach der Geburt ihrer Tochter 2001 eher verhalten.Die strengen Hofgesetze sehen nur eine männliche Thronfolge vor.Die Kronprinzession, inzwischen über 40, litt an Depressionen, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen konnte. Ihr besorgter Gatte soll nach einem Ausweg suchen, hört man.Schließlich sassen in der langen Geschichte des japanischer Kaiserhausesinsgesamt acht Frauen auf dem Thron. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es auch noch eine andere Möglichekeit, zu einem Thronfolger zu kommen:Der Kaiser durfte sich dazu seiner Konkurbinen bedienen. Selbst der heutige Kaiser Akihito ist Enkel und Ur-Enkel von Konkubinen.Erst das Gesetz von 1947 tauschte diese Sitte aus gegen die Erlaubnis, einen Sohn zu adoptieren.Der Historiker hält es für realistischer, wieder die weibliche Thronfolge möglich zu machen, um aus dieser Krise herauszukommen. Dann könnte die kleine Prinzessin Aiko eines Tages zur 9. Kaiserin aufsteigen, die nicht nur an der Seite eines Kaisers repräsentiert, sonders selbst die erste Persönlichkeit des Staates darstellt.