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Demonstration gegen französisch-italienischen Alpentunnel

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Demonstration gegen französisch-italienischen Alpentunnel

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Etwa 100.000 Menschen sind in dem italienischen Alpenort Bussoleno zu einer Demonstration gegen den Bau der Schnellstrecke Lyon-Turin zusammengekommen. Umweltschutzorganisationen sowie Bürgermeister des betroffenen Susa-Tals hatten zu dem Protestmarsch aufgerufen.

Sie befürchten schwere Umweltschäden in dem Gebiet. Bereits in den vergangenen Wochen war es zu Protestaktionen gekommen; damit wollen die Gegner des Projekts den Baubeginn des Tunnels verzögern. Das Projekt sei unnötig, sagte eine Bürgermeisterin: Die existierende Bahnstrecke sei nicht ausgelastet. Früher sei hier der französische TGV bis nach Turin gefahren, aber wegen zu geringer Fahrgastzahlen sei die Verbindung wieder eingestellt worden, gibt die Bürgermeisterin zu bedenken.

Das Susa-Tal werde mit Asbest und Uran gefüllt, protestierte ein junger Mann. Die Hochgeschwindigkeitstrecke zwischen Frankreich und Italien soll einen Teil des Schwerlastverkehrs von den Straßen holen. Der 53 Kilometer lange Tunnel ist besonders umstritten. In dem Gebirge wurden Spuren von Asbest gefunden – zu wenig, um das Projekt zu stoppen, sagte die regionale italienische Umweltschutzbehörde, doch seien noch Voruntersuchungen im Gange. Auf französischer Seite rollten bereits die Bagger an.