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Ex-Diktator Tschads soll für Verbrechen gerichtet werden

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Ex-Diktator Tschads soll für Verbrechen gerichtet werden

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Der ehemalige Präsident des Tschad, Hissène Habré, ist im Senegal festgenommen worden. Grund ist ein internationaler Haftbefehl aus Belgien, wo gegen den 63-jährigen Ex-Diktator eine Klage wegen Kriegsverbrechen und Massenmordes vorliegt. Habré soll so lange in Gewahrsam bleiben, bis der oberste Gerichtshof des Landes darüber entschieden hat, ob er an Belgien ausgeliefert wird.

Dem Juristen einer amerikanischen Menschenrechtsorganisation zufolge ist dies ein grosser Tag für die Opfer. Habré habe versucht, seinen Verbrechen zu entkommen, aber heute scheine ihn die Justiz wieder einzuholen. Habré lebte in der senegalesischen Hauptstadt Dakar, seit er vor 15 Jahren von Rebellen gestürzt wurde. Der Ex-Präsident Tschads gilt Menschenrechtsorganisationen als “Pinochet Afrikas”. Während seiner Regierungszeit in der ehemaligen französischen Kolonie von 1982 bis 1990 soll er die Ermordung von 40.000 politischen Gegnern angeordnet haben. 2001 scheiterte der Versuch, ihm den Prozess zu machen, am Obersten Gerichtshof Senegals, der sich für Verbrechen im Tschad nicht zuständig sah. Über die Auslieferung nach Belgien entscheidet ein Gericht in Dakar.