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Pressefreiheit und Internet - Weltinformationsgipfel beginnt in Tunis

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Pressefreiheit und Internet - Weltinformationsgipfel beginnt in Tunis

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In Tunis beginnt an diesem Mittwoch der Weltinformationsgipfel. Die Wahl Tunesiens als Konferenzort sorgte im Vorfeld des Treffens für heftige Kritik. Ein Grund ist die Menschenrechtslage in dem nordafrikanischen Land. Ein anderer die jüngsten Übergriffe gegen französische und belgische Journalisten, die über die Menschenrechtslage berichten wollten. Die ausländischen Reporter beklagten mangelnde Pressefreiheit und ständige Überwachung ihrer Arbeit.

Mehrere tunesische Menschenrechtler traten in den Hungerstreik, um während des Gipfels auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen: “Bei uns wird schon vor der Veröffentlichung zensiert”, meint ein an der Aktion teilnehmender Pressevertreter, “es wäre besser, wenn man die Journalisten erst einmal schreiben ließe, und danach über das Fortführen oder Einstellen einer Zeitung diskutierte.” Nicht nur die französische Regierung rief Tunis zum Schutz der Pressefreiheit auf, auch UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach Staatschef Ben Ali darauf an. Der tunesische Informationsminister sieht derzeit eine übermäßige Konzentration auf das Thema – als sei Tunesien das Gegenbeispiel für Demokratie und Freiheit. Drei Tage dauert der Weltinformationsgipfel. Erwartet werden 11 000 Teilnehmer, darunter rund 50 Staats- und Regierungschefs. Im Mittelpunkt steht der Streit um die Macht im Internet. EU-Staaten und Schwellenländer wollen gegen die Vormachtstellung der USA in der Verwaltung und Kontrolle des World Wide Webs vorgehen. Außerdem soll der “digitale Graben” zwischen armen und reichen Ländern begradigt werden.