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Ukraine - ein Jahr nach der orangenen Revolution

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Ukraine - ein Jahr nach der orangenen Revolution

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Ein Jahr nach den revolutionären Hochgefühlen erscheint der November in Kiew grau in grau. Himmelhoch waren die Erwartungen, als die Ukrainer vor einem Jahr das post-sowjetische Regime unter Leonid Kutschma stürzten.Geblieben sind ein paar Erinnerungsstücke – und enttäuschte Hoffnungen.Viktor Juschtschenko, der neue Held, wollte mit der Öffnung nach Europa wirtschaftlichen Aufschwung schaffen, bessere Lebensbedingungen.Ludmilla lebt vom Handel mit Erinnerungsstücken. Ihre Botschaft an die Hoffnungsträger von vor einem Jahr: Die sollten mehr von der Ukraine reden und weniger von sich selbst, sie sollten mehr an das Land denken. Ihr kurzes Bündnis war zu schön um wahr zu sein.

Wahr ist, im Ausland wird Präsident Juschtschenko auch weiterhin als Retter der Demokratie gefeiert. Nur wird vom Beifall in Washington kein Kind in der Ukraine satt, solange der Präsident von seinen Reisen nicht auch Investoren mitbringt. Die kommen aber erst, wenn die Korruption wirklich überwunden, im Land Ordnung geschaffen wird. Die Zensur wurde abgeschafft, wie auch in Georgien, mit dessen Präsident Saakaschwili Juschtschenko eine Art Demokratie-Charta unterzeichnete.18.000 Beamte wurden entlassen, um die Korruption zu bekämpfen.Auf ihren Plätzen sitzen nun junge Leute ohne Erfahrung – das bringt auch keinen wirtschaftlichen Aufschwung.Aber jetzt sorgt sich der Präsident erst einmal um die Parlamentswahl im März, die es zu gewinnen gilt.Seine Anhänger machen dafür sogar per Video-Clip Wahlkampf.Sie singen: “ man kann uns nicht spalten” . Aber genau diese Befüchtung ist längst Wirklichkeit. Das Bündnispartner von vor einem Jahr sind zerstritten – ihre Ziele – immer noch unerreicht.