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Zur künftigen Status des Kosovo

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Zur künftigen Status des Kosovo

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Unabhängigkeit für das Kosovo – diese Position teilen die Vereinten Nationenganz und gar nicht. Der Sicherheitsrat hatte extra einen Diplomaten ausgeschickt, um die Lage vor Ort zu erkunden. Der Norweger Kai Eide berichtete dem Rat von schwach entwickelter Demokratie, von ethnisch motivierten Verbrechen – um am Ende aber doch grünes Licht zu geben für Verhandlungen. Weiter erklärte er: “….unterstützt durch mehr internationales Engagement ist seit dem vergangenen Jahr ein politischer Prozeß in Gange. Den kann man nicht unterbrechen oder gar stoppen.”

UN-Verwaltung allein reichte nicht aus, um Hass und Gewalt zwischen den Volksgruppen zu beenden. Im Oktober ’99 konnten französische KFOR-Soldaten auf der Brücke von Mitrovica mit Mühe Schlimmeres verhindern….Wer also gehofft hatte, Menschen, die lange leiden mussten, wären nach ihrer Befreiung automatisch die besseren Demokraten – der sah sich von der albanischen Mehrheit enttäuscht. So einfach läuft das nicht.

Aber friedliches Zusammenleben ist die Voraussetzung für eine stabile Lage auf dem Balkan. Nach sechs Jahren UNO-Verwaltung sollen nun endlich alle Beteiligten eine konkrete Lösung suchen. Verhandelt wird auf der Grundlage von vier Prinzipien:- es gibt kein Zurück zur Situation vor 1999- das Kosovo wird sich nicht einem Nachbarstaat anschließen ( gemeint ist natürlich Albanien)- das Kosovo wird nicht geteilt- Minderheiten genießen Schutz.

Marti Ahtisaari hat bei den Verhandlungen sicher die Feinheiten aus dem Bericht seines norwegischen Kollegen im Kopf. Darin war nämlich nicht vom “endgültigen “ Status des Kosovo die Rede – sondern nur vom “künftigen”. Den auszuhandeln wird der UN-beauftragte hoffentlich in einem Jahr schaffen.