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Generalstreik in Italien: Proteste gegen geplantes Sparpaket der Regierung

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Generalstreik in Italien: Proteste gegen geplantes Sparpaket der Regierung

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Ein mehrstündiger Generalstreik hat Italien am Freitag lahmgelegt. Zu der Aktion hatten die drei wichtigsten italienischen Gewerkschaften aufgerufen, um gegen geplante Sparmaßnahmen der Regierung zu protestieren. In zahlreichen Städten fanden Demonstrationen statt, an denen sich Tausende Italiener beteiligten.

Die Proteste richteten sich gegen ein Sparpaket, mit dem die Regierung das Defizit im kommenden Jahr drastisch reduzieren will. Vorgesehen sind Kürzungen von 20 Milliarden Euro, davon entfallen zwei Milliarden Euro auf Sozialausgaben der Unternehmen. Der Senat hat den Haushalt bereits gebilligt; die Zustimmung der Abgeordnetenkammer steht noch aus.

Die Bevölkerung ist empört. “In meiner Firma hatten alle unbefristete Verträge”, erzählt eine Frau. “Und was ist passiert? Heute haben 80 Prozent Zeitverträge und manche bekommen nur Tagesverträge”. Eine andere Demonstrantin zeigt sich entrüstet: “Es ist nicht fair, so hohe Steuern zu zahlen, wenn man nur 400 Euro hat. Das reicht nicht zum Leben.” Während des Generalstreiks verkehrten weder Busse noch Straßenbahnen oder U-Bahnen. Postfilialen, Banken und Behörden blieben geschlossen. In Krankenhäusern wurde mit Notbesetzung gearbeitet, in den Schulen legten Lehrer die Arbeit für eine Stunde nieder. Die Fluggesellschaft Alitalia musste mehr als 200 nationale und internationale Flüge streichen. Züge standen still, Fabriken wurden für mehrere Stunden geschlossen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigte sich dennoch unbeeindruckt. Er bezeichnete den Sreik kühl als “Zeitverschwendung”.