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Expertenkommission: Briten sollen länger arbeiten

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Expertenkommission: Briten sollen länger arbeiten

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Die Briten sollen laut einer Expertenkommission zukünftiglänger arbeiten und mehr Geld fürs Alter zurücklegen. Ein Gremium unter Leitung des früheren Industrieverbandspräsidenten Lord Adair Turner schlägt die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 68 Jahre vor.

“Wir wollen eine Rentenreform mit zwei Elementen”, so Turner. “Zum einen einen Nationalen Pensionssparplan, der allen die Möglichkeit gibt, kostengünstig für die Rente zu sparen, zum anderen eine großzügigere staatliche Rente, die weniger von der Bedürftigkeit des Beziehers abhängig ist. Allerdings muss mit steigender Lebenserwartung das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben werden.” Der angepeilte Zeitraum der Anhebung geht bis 2050. Die Regierung kündigte an, rasch auf die Reformvorschläge zu reagieren. Derzeit klafft im britischen Rentensystem eine Lücke von umgerechnet rund 84 Milliarden Euro.

Warum die Briten länger arbeiten sollen

Die Europäer werden immer älter, damit dauert das Rentenalter immer länger.In Großbritannien betrug die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahr 200078 Jahre – 2040 sollen es schon 82 Jahre sein. Dazu kommt auch hier eine sinkende Geburtenrate. Das alles zusammen bewirkt, dass immer weniger beruflich aktive Menschen immer mehr Alten gegenüberstehen, die versorgt werden müssen. Vor drei Jahren hat daher die britische Regierung begonnen, das geltenden Rentensystem zu überarbeiten. Mit der Grundidee, das Renten-Eintritts-Alter hinauszuschieben. Das liegt in Großbritannien bisher bei 65 Jahren für Männer und 60 für Frauen – im privaten Sektor. Für Staatsbedienstete gibt es grundsätzlich Rente ab 60. Dabei soll es auch bleiben.

Später in den Genuß ihrer Rente werden alle privat beschäftigten Briten kommen, die heute 40 Jahre alt – oder jünger sind. Rund 5 Millionen Beschäftigte hat der Staat, von der Krankenschwester bis zum hohen Beamten. Das hohe Defizit im Budget für den öffentlichen Dienst von rund 460 Milliarden Pfund Sterling hat nicht zuletzt mit steigender Belastung durch längere Altersbezüge zu tun. Ihre Gewerkschaften organisieren immer wieder öffentliche Proteste, um ein hñheres Renteneintrittsalter auch im öffentlichen Dienst zu verhindern.Die Gewerkschaftvertreterin verwahrt sich gegen die Redensart von der “goldenen Rentenversorgung” im öffentlichen Dienst. Sie rechnet vor, dass in den unterenBesoldungsgruppen, bei Krankenschwestern etwa, nur 4 – 5.000 Pfund pro Jahr gibt. Hier prallen die Interessen aufeinander. Die Gewerkschaften der Beschäftigten in der Privatwirtschaft verlangen, das Renteneintrittsalter auch im öffentlichen Dienst zu verschieben. Übrigends, anders als in Deutschland wird in Großbritannien zumeist wirklich bis zum Rentenalter gearbeitet.