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Frankreich: Justizskandal um Kinderschänderring endet mit Freisprüchen im Berufungsverfahren

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Frankreich: Justizskandal um Kinderschänderring endet mit Freisprüchen im Berufungsverfahren

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Im Berufungsprozess wegen des Kindesmissbrauchs von Outreau sind die sechs letzten Angeklagten freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Freisprüche beantragt. Der Generalstaatsanwalt von Paris, Yves Bot, war persönlich erschienen, um sein Bedauern über die Kette von Pannen auszudrücken.

Eine der in der Vorinstanz Freigesprochenen, eine Bäckerin, studiert inzwischen Jura. Man dürfe der Justiz erneut vertrauen, meint sie. Die Affäre Outreau – benannt nach dem nordfranzösischen Ort, wo die Verbrechen verübt worden sein sollen – begann im Herbst 2000 mit der Anklageerhebung gegen 19 Personen. Meineid der Zeugen, schwere Ermittlungsfehler – einige der Angeklagten saßen jahrelang unschuldig in Untersuchungshaft. Die Affäre um einen vermeintlichen Ring von Kinderschändern zählt zu Frankreichs größten Justizskandalen. In erster Instanz waren sieben Angeklagte freigesprochen worden, Die vier offenkundigen Haupttäter wurden zu bis zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ihre Strafen sind rechtskräftig. Justizminister Pascal Clement will zu dem Skandal Stellung nehmen.