Eilmeldung

Eilmeldung

Ende für peinlichen britisch-französischen Justizstreit

Sie lesen gerade:

Ende für peinlichen britisch-französischen Justizstreit

Schriftgrösse Aa Aa

Großbritannien hat zehn Jahre nach den Terroranschlägen algerischer Terroristen auf die Pariser U-Bahn den mutmaßlichen Drahtzieher Rachid Ramda an Frankreich ausgeliefert. Ramda war bereits Ende 1995 in Großbritannien festgenommen worden, hatte seine Auslieferung aber bisher verhindern können. Seine Anwälte hatten argumentiert, er könnte in Frankreich misshandelt und nach Algerien ausgeliefert werden. Erst nach den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn in diesem Sommer änderte sich die britische Haltung.

Françoise Rudetzki vom Opferverband “SOS Attentats” sagte, man könne nach zehn Jahren Verzögerung bei einem Terrorverdächtigen nicht von einem Sieg sprechen. Nun gehe es darum, Ramda so schnell wie möglich vor Gericht zu bringen. Zwischen Juli und Oktober 1995 hatte die algerische Terrorgruppe GIA drei Anschläge auf den Pariser Nahverkehr verübt. Dabei waren acht Menschen getötet und rund 250 verletzt worden. Zwei Algerier wurden deswegen vor drei Jahren in Paris zu lebenslanger Haft verurteilt. Ramda gilt als GIA-Verantwortlicher für Europa und Financier der Bombenleger.