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Kosovo: Ethnische Gewalt nach Freisprüchen in Den Haag

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Kosovo: Ethnische Gewalt nach Freisprüchen in Den Haag

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In Pristina sind zwei vom UN-Kriegsverbrechertribunal freigesprochene frühere Mitglieder der kosovo-albanischen Befreiungsarmee UCK wie Helden empfangen worden. Tausende Anhänger begrüßten Fatmir Limaj und Isak Musliu, die in Den Haag für die Ermordung mehrerer serbischer Zivilisten und angeblicher albanischer Kollaborateure angeklagt worden waren. Sie wurden am Mittwoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein dritter UCK-Angehöriger, Haradin Bala, war wegen neunfachen Mordes an Gefangenen zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Kosovo-Albaner sehen in dem Freispruch einen Beweis dafür, dass in ihrem Unabhängigkeitskampf gegen die serbische Besatzung im Kosovo-Krieg keine Verbrechen begangen wurden. Dagegen wurde das Urteil in Belgrad scharf kritisiert.

Unterdessen wurden im mehrfach von ethnischer Gewalt heimgesuchten Dorf Gracanica mehrere Kosovo-Albaner verletzt, als serbische Jugendliche Autos mit Steinen bewarfen. Zuvor war in der Nähe von Pristina ein serbischer Junge angeschossen worden. Zwischen der albanischen Mehrheit und der serbischen Minderheit drohen sich die Spannungen nun zu verschärfen, da bald über den Status der unter UN-Verwaltung stehenden Provinz Serbiens entschieden werden soll.