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Irak: Geiselnehmer verlängern Ultimatum - Appelle an die Entführer

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Irak: Geiselnehmer verlängern Ultimatum - Appelle an die Entführer

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Die Extremistengruppe im Irak, die vier westliche Ausländer gefangen hält, hat ihr Ultimatum verlängert: Ursprünglich hatten die Entführer mit der Ermordung der Geiseln gedroht, sollten nicht bis Donnerstag alle Gefangenen im Irak frei gelassen werden. Nun wurde die Frist bis Samstag verlängert. Zugleich veröffentlichten arabische Medien ein neues Video der vier Geiseln.

Der wegen Terrorverdachts in Großbritannien inhaftierte Jordanier Abu Qatada hat sich in einer Videobotschaft an die Kidnapper für die Freilassung der Geiseln eingesetzt. “Ich rufe meine Brüder dazu auf, die vier Geiseln im Irak freizulassen”, so Qatada. “Sie repräsentieren eine christliche Friedensorganisation, die dem Prinzip der Barmherzigkeit unserer Religion folgt. Es gibt keinen legitimen Grund, nicht auf ihr Mitgefühl zu antworten.” Nach Geheimdienstinformationen ist Qatada der “geistige Führer” von Terrorchef Osama bin Laden in Europa. Möglicherweise soll er nach Jordanien abgeschoben werden, da Großbritannien ihn als Gefahr für die innere Sicherheit des Landes sieht. “Das Innen- und das Außenministerium wissen, dass dieser Mann viel Respekt in Teilen der muslimischen Gesellschaft genießt”, so Anwalt Ian McDonald. “Darum hat seine Botschaft Gewicht und darum ist es wichtig, sein Ansehen zu nutzen.” Unter den Geiseln befindet sich auch der 74-jährige Professor Norman Kember, der auf einem Video der Entführer die britische Regierung zum Abzug der Truppen im Irak aufgefordert hat. Kembers Frau richtete unterdessen einen Appell an die Kidnapper: “Ich habe eine Botschaft für jene, die meinen Mann Norman und seine drei Freunde festhalten: Bitte lasst sie gehen, damit sie ihre Arbeit fortsetzen können.” Kein Lebenszeichen gibt es unterdessen von dem französischen Ingenieur, der vor wenigen Tagen im Irak verschleppt worden war. Und auch das Schicksal der Deutschen Susanne Osthoff ist nach wie vor unklar.