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Endspurt im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen in Chile - Sozialistin vorn

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Endspurt im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen in Chile - Sozialistin vorn

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Wahlkampf-Endspurt in Chile – am Sonntag wird in dem südamerikanischen Land ein neuer Präsident gewählt. Und diesmal könnte es zum ersten Mal eine Präsidentin sein. Beste Chancen auf einen Sieg hat Umfragen zufolge die Sozialistin Michelle Bachelet.

Die 54jährige, bisherige Gesundheits- und Verteidigungsministerin, tritt für Versöhnung zwischen Tätern und Opfern der Militärdiktatur ein. Mit ihrer unkomplizierten und direkten Art ist sie bei der Bevölkerung sehr beliebt. Bachelet war selbst Opfer des Pinochet-Regimes. Sie ging in den 70er Jahren nach Folterungen unter anderem nach Österreich, Australien und in die DDR ins Exil. Ihr Vater starb in einem Militärgefängnis. Die absolute Mehrheit dürfte die Kinderärztin in der ersten Runde am Sonntag allerdings nicht erreichen. In einer möglichen Stichwahl Mitte Januar wird sie wahrscheinlich auf Sebastian Pinera treffen. Der erfolgreiche Unternehmer, Multimillionär und langjährige Senator tritt für die gemäßigt rechte Partei Nationale Erneuerung an. Er gilt als Macher, der seine Ziele ehrgeizig durchsetzt. Seine Gegner sagen voraus, er werde das Land wie ein Wirtschaftsunternehmen führen. Wer auch immer die Nachfolge von Präsident Lagos antritt – von ihm oder ihr fordern die Wähler, die Arbeitslosigkeit und die steigende Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen.