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Neuer Mord im Libanon am Vorabend des Mehlis-Berichtes

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Neuer Mord im Libanon am Vorabend des Mehlis-Berichtes

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15 Mordanschläge hat man im Libanon gezählt, seit im Februar der ehemalige Regierungschef Rafik Hariri getötet wurde. Am 2. Juni, nach dem Mord am Journalisten Samir Kassir, sprach sein Kollege Dschubran Tueini von einer Botschaft an alle, die Freiheit für ihre Heimat wollen, einer Botschaft von immer noch aktiven syrischen Agenten.

An Tueinis Todestag wird seine Sorge vom deutschen Sonderermittler Detlev Mehlis bestätigt. In dessen 2. Bericht an den UN-Sicherheitsrat steht: “Die Syrer kooperieren weiterhin nicht mit dem UN- Team, und Syrien hat zeitweise versucht, die Ermittlungen in die falsche Richtung zu lenken”. Vor Journalisten in New York sagt Detlev Mehlis:” Meine gute Nachricht für sie ist: Wenn der Sicherheitsrat es nächste Woche beschließen wird, kann die Arbeit der Untersuchungskommission weitergehen.” In Mehlis’ Abschlussbericht zum Mordfall Hariri steht: “Es gibt 19 libanesische und syrische Verdächtige”. Hohe libanesische Offiziere gehören dazu, bekannt für ihre pro-syrische Einstellung. Unter ihnen der ehemalige Chef der Präsidentengarde Mustafa Hamdan. Die Untersuchungskommission kam bei ihrer Suche nach den Drahtziehern auch auf Rustom Ghazale, den ehemaligen Chef des syrischen Militär-Geheim-Dienstes.

Syriens Präsident weist empört jeden Verdacht zurück. Er spricht von “unter Druck zustande gekommenen falschen Aussagen”. Assad wirft der Untersuchungskommission Fehler vor, behauptet, in Wahrheit sei Syrien am Hariri-Mord unschuldig. Der Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis will sein am 15. Dezember auslaufendes Mandat aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Die Arbeit, die er begonnen hat, wird aber fortgeführt. Das wünschen inzwischen auch sehr viele Libanesen.