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Neues Attenat erschüttert den Libanon

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Neues Attenat erschüttert den Libanon

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Nach dem erneuten Mordanschlag in der libanesischen Haupstadt Beirut fordert die Regierung eine internationale Untersuchung. Der UN-Sicherheitsrat hält eine Sondersitzung zu der Situation im Libanon ab. Bei der Bombenexplosion kam am Montagmorgen der Journalist und Parlamentsabgeordnete Dschubran Tueini ums Leben.Ein etwa 100 Kilogramm schwerer Sprengsatz detonierte in einem am Straßenrand geparkten Auto, als Tueinis Wagen daran vorbei fuhr.

Drei weitere Menschen starben, über 30 wurden verletzt. Der 48jährige Tueini hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Als Chefredakteur der Tageszeitung “An Nahar” war er einer der bekanntesten Syrien-Kritiker. Kurz nach dem tödlichen Attentat auf den ehemaligen Regierungschef Rafik Hariri hatte er den Abzug der syrischen Truppen aus dem Land gefordert, der später durchgeführt wurde.

Tueini war erst am Vortag aus Paris zurück gekehrt, wo er sich aus Angst vor einem Attentat längere Zeit aufgehalten hatte. In seinem letzten Interview im französischen Fernsehen hatte er sich aufgrund der politischen Änderungen im Libanon zuversichtlich gezeigt:“Die Libanesen sind glücklich, heute das sagen zu können, was sie ganz leise schon immer gedacht haben und sie sind vor allem glücklich darüber, dass die internationale Gemeinschaft dies laut gesagt hat” sagte er im Oktober.

Vor dem Redaktionsgebäude von Tueinis Zeitung versammelte sich spontan eine Gruppe Demonstranten zu einer Kundgebung gegen den Terror. Sie machten syrische Kräfte für den Anschlag verantwortlich und riefen: “Sie haben die freie Stimme der Presse getötet!” Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an dem Rafik Hariri. Das Attentat an Tueini ereignete sich nämlich kurz bevor der deutsche Sonderermittler Detlev Mehlis dem UN-Sicherheitsrat seinen zweiten Bericht zum Hariri-Mord vorlegte.