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Australien: Krawalle in Sydney dauern an

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Australien: Krawalle in Sydney dauern an

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Der Kreislauf ethnisch motivierter Gewalt in Australien ebbt nicht ab. Bei neuerlichen Krawallen in der Hafenstadt Sydney haben in der vergangenen Nacht arabischstämmige Jugendliche Passanten verprügelt sowie Geschäfte und Autos zerstört. Mindestens sieben Menschen sind nach Angaben der Behörden verletzt worden, darunter ein Polizist. Mindestens elf Personen wurden festgenommen. Randalierer seien in einem Autokonvoi in wohlhabendere Stadtviertel am Meer gefahren, wo sie mit den Krawallen begonnen hätten. Die Regierung in New South Wales kündigte inzwischen an, die Höchststrafe für Randalierer von fünf auf 15 Jahre Gefängnis anzuheben. Auslöser der rassistischen Krawalle waren Berichte, nach denen Australier libanesischer Herkunft dort angeblich zwei Rettungsschwimmer zusammengeschlagen hätten. Daraufhin gingen am Wochenende rund 5000 weiße Jugendlichen gegen Menschen mit arabischem Aussehen an einem beliebten Strand Sydneys vor. Dabei waren am Sonntag waren rund zwei Dutzend Menschen verletzt worden.

Die Polizei wirft weißen Rassisten vor, die Ausschreitungen angezettelt zu haben. In der Nacht zum Montag wurden bei mutmaßlichen Vergeltungsaktionen etwa 100 Autos angezündet und australische Fahnen verbrannt. Am Donnerstag soll in einer Sondersitzung des Landesparlaments darüber beraten werden, ob die Polizei Vollmachten erhalten soll, um betroffene Stadtteile von Sydney vorübergehend abzuriegeln.