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Mord im Libanon: Pro-syrische Minister protestieren gegen UN-Untersuchung

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Mord im Libanon: Pro-syrische Minister protestieren gegen UN-Untersuchung

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Der Mordanschlag auf einen syrienkritischen Journalisten im Libanon spaltet die Regierung des Landes: Fünf Minister widersetzten sich der Forderung nach einer Untersuchung durch die Vereinten Nationen. Nach dem Willen der libanesischen Regierung sollen die UN nicht nur den Mord an dem Journalisten, sondern auch alle anderen Attentate im Libanon in den vergangenen Monaten durchleuchten. “Die Regierung ersucht den UN-Sicherheitsrat, das Mandat des Internationalen Untersuchungskomitees auszuweiten”, sagte Informationsminister Ghazi Aridi. “Ein unabhängiges Untersuchungstribunal soll den libanesischen Behörden helfen, die jüngsten Verbrechen aufzuklären.”

Mehrere Minister kündigten daraufhin an, die Arbeit in der Regierung einzustellen bis ihre politischen Führer eine Entscheidung getroffen hätten. Als Begründung hieß es, sie protestierten gegen die Internationalisierung der libanesischen Angelegenheiten und gegen die Aufgabe der Souveränität des Landes. Am Montag war Dschubran Tueini, Parlamentsabgeordneter und Chefredakteur der Tageszeitung “An Nahar” bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet worden. Tueini war einer der bekanntesten Syrien-Kritiker im Libanon. Vor der Redaktion von “An Nahar” versammelten sich am Abend zahlreiche Demonstranten, die syrische Kräfte für den Anschlag verantwortlich machten. Auch der UN-Sicherheitsrat kam zu Beratungen zusammen. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es, man sei zutiefst besorgt über den destabilisierenden Effekt des jüngsten Anschlags im Libanon. Kurz zuvor hatte das Gremium den neuen Bericht von UN-Sonderermittler Detlev Mehlis erhalten. Darin heißt es, die Untersuchungen hätten den Verdacht untermauert, dass der syrische Geheimdienst für den Mord am libanesischen Ex-Regierungschef Rafik Hariri verantwortlich war.