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Wenig Chancen auf Einigung bei WTO-Gipfel

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Wenig Chancen auf Einigung bei WTO-Gipfel

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Wegen der umstrittenen Agrar-Subventionen droht der WTO-Gipfel in Hongkong ins Wasser zu fallen. Begleitet von teils gewalttätigen Protesten begann die einwöchige Konferenz in Hongkong. Haupt-Streitpunkt zwischen den Teilnehmern der insgesamt 149 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation ist der Abbau von Zöllen und Subventionen.

Zu Beginn des Gipfels stand insbesondere die Europäische Union unter Druck. Grund dafür ist die von ihr hoch subventionierte Landwirtschaft. Unter anderem fordern Brasilien und Indien das Ende dieser Subventionen innerhalb von fünf Jahren. Viele EU-Staaten wollen jedoch kein neues Kompromissangebot vorlegen. WTO-Generaldirektor Pascal-Lamy rief in seiner Eröffnungsrede zum weiteren Abbau der Handels-Schranken auf. Allerdings zeigte er sich wenig optimistisch, dass tatsächlich eine Einigung gefunden werden kann.

Ihm sei zwar ein Zauberstab geschenkt worden, aber leider reiche Magie manchmal nicht aus. Nur, wenn die ganze Welt geschlossen daran glaube. Außerdem gab Lamy zu, dass die WTO wohl nicht die beliebteste Institution der Welt sei. Tatsächlich demonstrierten mehrere Tausend Menschen gegen die Welthandelsorganisation. Einigen Demonstranten gelang es, in das Tagungsgebäude einzudringen. Davor ging es weniger friedlich zu:

Etwa 9000 Polizisten gingen mit Schlagstöcken, Reizgas und Pefferpaste gegen die Globalisierungsgegner vor. Fünf Demonstranten wurden festgenommen. Sie befürchten, dass Zollsenkungen und Handelserleichterungen vor allem den armen Ländern und der Umwelt schaden. Das WTO-Gipfel-Treffen dauert noch bis Sonntag.