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Wahlbüros im Irak geschlossen

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Die Iraker haben ein neues Parlament gewählt. Über 15 Millionen Stimmberechtigte waren dazu aufgerufen, die erste reguläre Volksvertretung die seit dem Sturz Saddam Husseins zu wählen. Die Wahl fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. In einigen Städten explodierten Sprengsätze. Im nordirakischen Mossul wurde ein Sicherheitsbeamter getötet, als eine Granate ein Gebäude traf. Doch die meisten Iraker ließen sich durch Drohungen, die auch vom Terrornetzwerk Al-Kaida ausgesprochen wurden, nicht abschrecken, es zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. “Ich wähle, weil diese Wahlen ein Schlag gegen den Terrorismus sind, der dieses Land zerstören will”, sagte zum Beispiel ein Mann. “Wir müssen wählen, um die Terroristen zu besiegen.” Zum ersten Mal nehmen neben den Schiiten und den Kurden auch die Sunniten Teil. Die Wahl des Übergangsparlamentes im vergangenen Januar hatten die sunnitischen Irakernoch überwiegend boykottiert. Nach einer Änderung des Wahlsystems stellten diesmal alle Sunnitenparteien ihre Kandidaten auf. Auch in den kurdischen Gebieten bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen. Und auch dort waren die Forderung nach Sicherheit und die Freude über demokratische Wahlen die beherrschenden Themen. “Ich habe eine Stunde gebraucht, um zu Fuß hierher zu kommen. Ich bin glücklich über das Wahlrecht und freue mich für mein Land.” so ein Wähler in Kirkuk. Unter anderem tritt der irakische Präsident Dschalal Talabani für die kurdische Liste an. Er sagte im Vorfeld, er stehe nicht noch einmal für das Präsidentenamt zur Verfügung, es sei denn, das Staatsoberhaupt erhalte durch die Verfassung künftig mehr Macht. Der ehemalige Übergangs-Regierungschef Ijad Allawi könnte für eine Überraschung sorgen. Der säkulare Schiit hat Anhänger in allen drei Volksgruppen. Daher ist unklar, ob Abdel Aziz Hakim mit seiner “Vereinigten Irakischen Allianz” wieder, wie bei den Wahlen im Januar, die stärkste Fraktion wird stellen können. Damals erhielt das Schiiten-Bündnis über 48 Prozent. Mit den Ergebnissen dieser Wahl wird in frühestens zwei Wochen gerechnet.