Eilmeldung

Eilmeldung

Pamuk-Prozeß nach Eröffnung auf Februar vertagt

Sie lesen gerade:

Pamuk-Prozeß nach Eröffnung auf Februar vertagt

Schriftgrösse Aa Aa

Der Prozess gegen den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk wegen “Herabwürdigung des Türkentums” ist auf den 7. Februar vertagt worden. Die Strafkammer in Istanbul will eine Entscheidung des Justizministers abwarten.

Das Verfahren wird von der Europäischen Union als Test für die Meinungsfreiheit in der Türkei angesehen. Das Europaparlament hat eine Beobachter-Delegation entsandt, der auch der Grünen Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit angehört: “Heute zeigt sich, inwieweit Demokratie in der Türkei tägliche Realität ist, denn Meinungsfreiheit ist die Grundlage der Demokratie”, sagte Cohn-Bendit. In einem Zeitungsinterview hatte Pamuk davon gesprochen, daß im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges “eine Million Armenier ermordet” worden seien. Dem Träger des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels droht für diese Äußerung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Möglicherweise platzt der Prozeß aber, weil sich das Justizministerium weigert, das Verfahren zu genehmigen, wie es bis zur Gesetzesnovellierung im Juni erforderlich gewesen ist.