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Präsidentschaftswahlen in Bolivien - Indio-Kandidat Morales gilt als Favorit


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Präsidentschaftswahlen in Bolivien - Indio-Kandidat Morales gilt als Favorit

Evo Morales geht als Favorit in die Präsidentschaftswahlen an diesem Samstag in Bolivien. Der Indio-Kandidat war im Kampf um das höchste Amt des Andenstaates 2003 noch gescheitert – diesmal liegt er Umfragen zufolge vorn. Vor allem die verarmten Indios setzen in den Sozialisten und Gewerkschaftsführer der Koka-Bauern große Hoffnungen.

Er tritt für die völlige Legalisierung des Koka-Anbaus ein und will die Energieressourcen verstaatlichen. Seine Vorbilder sind Kuba und Venezuela. Da er die absolute Mehrheit jedoch verfehlen dürfte, wird der Präsident vermutlich gemäß Verfassung Mitte Januar vom Parlament gewählt.

Und da hat dann der neoliberale Kandidat Jorge Quiroga gute Karten: “Um dem Land zum Fortschritt zu verhelfen”, sagte der Ex-Präsident, der sich im Wahlkampfendspurt auf eine Bergtour begab, “gelten die gleichen Prinzipien wie auf dem Berg: man steigt langsam nach oben, und man braucht ein funktionierendes Team.” Bolivien verfügt nach Venezuela über die größten Erdgasvorkommen Südamerikas, wovon die einfache Bevölkerung bislang jedoch nicht profitieren konnte. Der Streit um die Rohstoffreserven führte in Bolivien immer wieder zu zum Teil blutigen Unruhen und sorgte für zahlreiche Regierungswechsel in den vergangenen Jahren. Politische Beobachter rechnen auch nach dem Urnengang mit weiteren sozialen Konflikten.
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