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WTO-Gipfel in Hongkong: Einigung über Agrarsubventionen in Sicht

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WTO-Gipfel in Hongkong: Einigung über Agrarsubventionen in Sicht

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In Hongkong wird gefeilscht. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy muss beim Welthandelsgipfel einen neuen Kompromissvorschlag vorlegen. Nach Zugeständnissen der Europäische Union bei ihren Agrarsubventionen sah es zunächst nach einer Einigung aus. Die EU hatte angeboten ihre Agrar-Hilfen im Jahr 2013 auslaufen zu lassen.

Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, die EU habe sich bemüht, die Gespräche nicht scheitern zu lassen, aber dann seien die Bedingungen im letzten Moment verändert worden. Vor allem Brasilien sperrte sich gegen den Kompromiss – die USA, Brasilien und Indien hatten in Hongkong darauf gedrungen, dass die EU die umstrittenen Hilfen bereits 2010 beendet. In der Frage der Senkung der Agrar- und Industriezölle kam der Gipfel nicht weiter.

m Rande des Treffens kam es in Hongkong erneut zu schweren Ausschreitungen. Militante Demonstranten und Polizisten lieferten sich regelrechte Straßenschlachten. Dutzende Menschen wurden verletzt, mehr als 900 Personen seien vorübergehend festgenommen worden, hieß es.

Die Globalisierungsgegner kritisieren, dass die von der WTO angestrebte Liberalisierung des Welthandels zu Lasten der Entwicklungsländer geht. Als besonders militant zeigten sich – wie schon zu Beginn des Gipfels am Dienstag – die aus Südkorea angereisten Bauern, die sich gegen billige Reisimporte wehren. Bis zum Sonntageabend rechnen die Sicherheitskräfte mit weiteren massiven Protesten.