Eilmeldung

Eilmeldung

Ariel Scharon und Israel

Sie lesen gerade:

Ariel Scharon und Israel

Schriftgrösse Aa Aa

In drei Monaten sind Wahlen in Israel. Ohne Scharon? Schwer vorstellbar! Der Mann der Tat, der nie zaudert. Der kurzerhand eine neue Partei gründet, wenn er mit der Alten seine Vorstellungen nicht mehr durchsetzen kann und auch noch mit Schimon Peres einen hochrangigen Politiker an seine Seite holt, der über Jahrzehnte hin sein politischer gegner war. “Kadima” hat Ariel Scharon seine neue Partei genannt. Das heisst “Vorwärts”. “Aber diese Partei hat keine Wurzeln”, gibt der Politik-Wissenschaftler zu bedenken, “ und ohne Scharon erwartet er noch mehr Unsicherheit. Man wisse doch nicht, wohin sich die israelische Politik entwickeln werde.

Es dürften in Israel immer noch jene in der Mehrheit sein, die auch weiterhin von Scharon regiert werden wollen. Sogar auf der anderen Seite der Mauer, bei den Palästinensern, würde man ihn am liebsten weiter zum Partner haben. Schließlich war es Scharon, der nach gefährlicher Funkstille mit Palästinenserpräsident Abbas wieder ins Gespräch gekommen ist. Der palästinensische Planungsminister bezeichnet Scharon als einen der wichtigsten politischen Führer in der Region ob er präsent sei oder fehle, das mache einen großen Unterschied und seine Krankheit komme ausgerechnet zu einer Zeit, da auf beiden Seiten bedeutende Veränderungen in Gange seien, die viel bewirken können.

Bewirkt hat Ariel Scharon ja wirklich schon viel. Israelischer Rückzug aus dem Gaza-Streifen – wer hätte das vor Scharon für möglich gehalten? Welcher israelische Regierungschef hätte das gewagt? Es bleibt noch viel zu wagen und durchzustehen. Als General nannte man ihn den “Bulldozer” .Gewandelt hat er sich seit seinem Amtsantritt 2001 zu dem einzigen Politiker, dem viele zutrauen, für Israels Zukunft die Weichen zu stellen.