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Fazio gibt auf - Rücktritt kommt Entlassung zuvor

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Fazio gibt auf - Rücktritt kommt Entlassung zuvor

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Italiens oberster Währungshüter Antonio Fazio ist zurückgetreten. Das teilte die Zentralbank in Rom mit.

Damit zog der 69jährige die Konsequenzen aus der seit Monaten andauernden Kritik an seiner Person. Angesichts seiner bisherigen Weigerung wollte ihn die Regierung durch ein neues Gesetz zum Rücktritt zwingen. Dem kam Fazio nun zuvor. Fazio war vorgeworfen worden, im Zusammenhang mit Bankenübernahmen sein Amt mißbraucht zu haben. Zuletzt hatte die Affäre um den Ex-Chef der Banca Popolare Italiana, Gianpiero Fiorani, den Druck auf Fazio verstärkt.

Fiorani, ein Freund Fazios, war wegen des Verdachts auf Betrug und Geldwäsche festgenommen worden. In den italienischen Medien ausgebreitete Berichte über teure Geschenke Fioranis an Fazio ließen letzteren endgültig in den Ruch eines korrupten Beamten geraten. Angefangen hatte alles mit Fazios Rolle im Übernahmepoker italienischer Banken. Hinter den Kulissen soll Fazio versucht haben, den Kauf zweier heimischer Geldhäuser durch ausländische Gruppen zu verhindern – obwohl er dazu auch als Zentralbankchef kein Recht hatte.

In einem Fall schlug der Versuch fehl. Die Banca Antonveneta wurde von dem niederländischen Finanzkonzern ABN Amro übernommen. Der von Fazio dazu aufgeforderten – und von Fazio-Freund Fiorani geführten – Banca Popolare di Lodi, später Banca Popolare Italiana, gelang es nicht, die Operation zu verhindern. Die Affäre Fazio hatte die Reform der Bankenaufsicht beschleunigt. Fazio war auf Lebenszeit im Amt. Seine Nachfolger von Fazio werden von diesem Privileg nicht mehr profitieren.