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Indio-Kandidat Morales gewinnt Präsidentenwahl in Bolivien

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Indio-Kandidat Morales gewinnt Präsidentenwahl in Bolivien

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In Bolivien hat der Gewerkschafter und Führer der Koka-Bauern Evo Morales nach inoffiziellen Prognosen die Präsidentenwahl gewonnen. In seiner Hochburg Cochabamba wurde bereits der Sieg gefeiert. Nun dürfte erstmals ein Indio Präsident dieses lateinamerikanischen Landes werden. “Genossen und Genossinnen, wir haben gewonnen”, rief Morales aus: “Aymaras, Quetchuas, Chiquitaras, Guaranis, wir sind Präsident!” Rund 60 Prozent der Bolivianer bezeichnen sich als Indios; Morales gehört zum Volk der Aymaras. Nach Berechnungen privater Umfrageinstitute auf Grund von Nachwahlbefragungen und Parallelzählungen von Stimmzetteln erhielt Morales deutlich mehr als 50 Prozent der Stimmen; somit kann der Kandidat der “Bewegung zum Sozialismus” (MAS) sogar mit der absoluten Mehrheit rechnen und im ersten Wahlgang Präsident werden. Auf den zweiten Platz kam der Mitterechts-Politiker Jorge Quiroga. Er beglückwünschte Morales und seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Alvaro Garcia Linera, zu ihrem Sieg.Quiroga bot Morales indirekt Zusammenarbeit an, um den verarmten Andenstaat voranzubringen: Dies sei ein Augenblick, um die Differenzen der Vergangenheit hinter sich zu lassen, betonte Quiroga. Sowohl Morales als auch Quiroga haben sich für ein stärkeres Engagement des Staat und insbesondere für die Nationalisierung der großen Erdgasvorkommen Boliviens ausgesprochen; diese waren erst 1996 privatisiert worden.