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Sozialistischer Indio gewinnt Präsidentenwahl in Bolivien

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Sozialistischer Indio gewinnt Präsidentenwahl in Bolivien

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In Bolivien hat der linksgerichtete Indio und Führer der Koka-Bauern Evo Morales nach inoffiziellen Prognosen die Präsidentenwahl gewonnen. Nach den Prognosen mehrerer Wahlforschungsinstitute kann Morales sogar mit der absoluten Mehrheit der Stimmen rechnen; dann wäre er schon im ersten Wahlgang zum Präsidenten gewählt.

Seine schärfsten Rivalen, der Mitterechts-Politiker Jorge Quiroga und der Zement-Millionär Samuel Doria Medina, gestanden ihre Niederlage ein und gratulierten Morales zum Sieg. Das Ausmaß seines Erfolgs war eine Überraschung. Bei den letzten Umfragen war er auf 35 Prozent gekommen.

Morales tritt für die Legalisierung des traditionellen Koka-Anbaus ein. Der von den USA erklärte Krieg gegen den Drogenhandel sei nichts als ein Vorwand für die Einrichtung von Militärstützpunkten in Bolivien, erklärte Morales, der sich selbst als Washingtons “Alptraum” bezeichnete. Mit Morales, dem Kandidaten der “Bewegung zum Sozialismus” (MAS) würde erstmals ein Indio Präsident dieses lateinamerikanischen Landes werden.