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Erleichterung in Italien nach Fazios Rücktritt

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Erleichterung in Italien nach Fazios Rücktritt

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Der Nachfolger des zurückgetretenen italienischen Notentbankchefs Antonio Fazio, wird es nicht leicht haben. Nach dem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Fazio wegen seiner Rolle im Übernahmekampf um die italienische Banca Antonveneta aufgenommen hat und Insidergeschäfte bekannt geworden waren, hat das Amt des Zentralbankchefs Schaden genommen.

Doch zunächst einmal herrscht Erleichterung über Fazios Rücktritt. Wie die Europäische Zentralbank begrüßte auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Entscheidung des 69-jährigen. Fazio habe mit seinem Schritt Verantwortung bewiesen, so der Regierungschef. Es sei die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit gewesen. Die Banca d´Italia werde nun wieder ruhigeren Tagen entgegen blicken. Hätte Fazio allerdings an seinem Posten festgehalten, wäre der massive Druck der Öffentlichkeit und der Medien noch stärker geworden, so Berlusconi. Der Ministerpräsident machte deutlich, das die Nachfolge noch nicht geregelt sei. Vier Kandidaten werden gehandelt, darunter der ehemalige EU-Wettbewerbkommisar Mario Monti und das frühere EZB-Direktoriumsmitglied Tommaso Padoa-Schioppa. Oppositionsführer Romano Prodi erklärte, er werde bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger Fazios mit der Regierung zusammenarbeiten. Er wünscht sich einen international erfahrenen Wirtschaftsexperten an der Spitze der italienischen Zentralbank. Wer auch immer der neue Notenbankchef sein wird, er wird nicht mehr auf Lebenszeit ernannt. In den kommenden Tagen soll das Parlament ein Gesetz verabschieden, nach dem die Amtszeit auf verlängerbare fünf Jahre begrenzt werden soll.