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Israel: die politischen Karten sind neu gemischt

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Israel: die politischen Karten sind neu gemischt

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Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sagt, er ist nach seinem leichten Schlaganfall wieder gesund, und er will die Parlamentswahl am 28. März gewinnen: “Offenbar habt Ihr mich schon vermisst”, scherzte er gegenüber Journalisten, als er das Krankenhaus verließ: “Jetzt muss ich aber schnell wieder an die Arbeit und vorwärts stürmen” — ein Wortspiel zum Namen seiner neuen Partei “Kadima” — hebräisch für “Vorwärts”.

Die Ärzte sagen, Scharon werde keine Schäden davontragen. Eine Schlankheitskur sei bei ihm aussichtslos, aber er sollte mit Hilfe von chinesischem Schattenboxen den Stress abbauen, was Scharon mit Gelächter quittiert haben soll.

Seine alte Partei hat inzwischen einen neuen Chef gewählt: Benjamin Netanjahu wird den Likud in die Wahl führen. In einer Urwahl stimmten rund 44 Prozent der Parteimitglieder für ihn.

Aber der Likud liegt in den Umfragen hinter Sharons neuer Kadima und der Arbeitspartei abgeschlagen auf Platz 3. Der Politologe Ari Shavit sagt, die Spaltung des alten Likud-Blocks war ein großer Knall, die Karten seien jetzt völlig neu gemischt: “Wir haben jetzt ein Drei-Parteien-System; alle drei haben klare unterschiedliche Ideen und Ideologien. Die Arbeitspartei steht wieder links, Sharon ist der neue Führer der Mitte, und Netanjahu gibt der Rechten eine neue Stimme.”

Ariel Sharon hatte den Likud verlassen, weil viele Parteimitglieder den Abzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen und damit ein Kernstück seiner Politik ablehnen.