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Streik bei New Yorker Nahverkehr

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Streik bei New Yorker Nahverkehr

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New York-Marathon mit Rekordbeteiligung – allerdings unfreiwillig. In der Stadt mit dem USA-weit umfangreichsten öffentlichen Nahverkehrsnetz streiken die Bus- und U-Bahn-Fahrer. Das gab es zuletzt vor 25 Jahren. Jetzt geht es um Lohnerhöhungen, um Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung.

Gewerkschaftschef Roger Toussaint appelliert an die New Yorker:”…..bei diesem Kampf geht es darum, ob harte Arbeit mit anständiger Rente belohnt wird, es geht um Aushöhlung oder gar Abschaffung der Krankenversicherung für New Yorks arbeitende Menschen.”

Acht Prozent Lohnerhöhung verlangt die Gewerkschaft für ihre gut 33.000 Mitglieder, dazu höhere Renten und Beiträge zur Krankenversicherung. Die Verhandlungen sind gescheitert. Die Wirtschaft von New York verliert durch den Streik rund 400 Millionen Dollar pro Tag – besonders hart trifft es den Einzelhandel – mitten im Weihnachtsgeschäft. Einerseits sind die New Yorker ungehalten ob der vielen Schwierigkeiten, andererseits gibt es Verständnis. Manch nunmehr unfreiwilliger Fußgänger versteht, dass die Arbeiter für ihr Recht kämpfen. Die Auswirkungen dieses Streiks verdeutlicht ein Vergleich: Landesweit benutzen 85 Prozent der Amerikaner das eigene Auto für den Weg zur Arbeit. In New York aber fahren 80 Prozent mit Bussen und Bahnen! Ein wütender Bürgermeister spricht von einem “ Erpressungsversuch”. Michael Bloomberg wörtlich: “Wir werden versuchen zu zeigen, dass die Gewerkschaft ein früheres Gerichturteil missachtet und bei Gericht schwere Strafen für die Gewerkschaft und ihre Mitglieder beantragen.” 1980 musste die Gewerkschaft für 11 Tage illegalen Streik eine Million Dollar zahlen. Wie lange diesmal der tägliche Marathon der sieben Millionen dauern wird, ist noch nicht abzusehen.