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Alarm in Chabarowsk: Giftteppich nähert sich der russischen Großstadt

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Alarm in Chabarowsk: Giftteppich nähert sich der russischen Großstadt

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In der russischen Großstadt Chabarovsk haben russische und chinesische Arbeiter versucht, eine Barriere gegen den nahenden Benzolteppich auf dem Fluss Amur zu errichten. Die Gifstoffe waren nach dem schweren Chemieunglück in China vor rund fünf Wochen in den Fluss Songhua gelangt, der in den Amur mündet.

Inzwischen hat der Giftteppich die Grenze zu Russland passiert und befindet sich rund 30 Kilometer vor der Stadt Chabarovsk, in der 600.000 Menschen leben. Mit Sandsäcken errichteten die Arbeiter einen Schutzwall gegen die Chemikalien im Wasser. Unterstützt wurden sie von russischen Militärhubschraubern und 200 Lastwagen.

Unterdessen bereiten sich die Bewohner von Chabarowsk auf den herannahenden Giftteppich vor. Viele von ihnen decken sich mit Wasservorräten ein, da laut dem Gouverneur die Versorgung mit kaltem Wasser voraussichtlich für mindestens drei Tage eingestellt werden muss; jene mit warmem Wasser für bis zu sieben Tage. “Ich habe vergangene Woche Wasservorräte angelegt”, erzählt eine Frau, “aber es wird schal und man kann es nicht mehr trinken.” Möglicherweise müssen die Behörden auch das zentrale Heizungssystem abschalten, da die meisten Wohnungen mit Warmwasser beheizt werden und Gift in die Leitungen dringen könnte – und das bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.