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Saddam Hussein erscheint wieder zum Prozess

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Saddam Hussein erscheint wieder zum Prozess

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Sechster Verhandlungstag im Prozess gegen den früheren irakischen Diktator Saddam Hussein und sieben weitere ehemalige Spitzenfunktionäre seines Regimes in Baghdad. Diesmal ist Saddam auch wieder selbst erschienen, nachdem er der letzten Sitzung ferngeblieben war und vorher zu den Richtern gesagt hatte: “Fahrt zur Hölle.”

Es geht wieder um die Mordaktion aus dem Jahre 1982. Damals waren in der Stadt Dujail nahe Baghdad 148 Menschen summarisch hingerichtet worden — als Vergeltung für einen Attentatsversuch gegen den Diktator. Der Ankläger will jetzt beweisen — u.a. mit Dokumenten, die Saddams Unterschrift tragen sollen—, dass Saddam die Hinrichtungen damals selbst anordnete. Weitere Anklagepunkte wie die Invasion Kuweit von 1990 und die Ermordung politischer Gegner werden erst nächstes Jahr zur Sprache kommen. Saddams Verteidiger Aubeidi ist weiter besorgt um die Sicherheit der Anwälte, nachdem seit Beginn des Prozesses zwei Verteidiger von Bewaffneten getötet und einer verletzt wurde. Der frühere US-Justizminister Ramsey Clark, jetzt ebenfalls Verteidiger im Saddam-Prozess, hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan gebeten zu intervenieren, um den Schutz der Verteidiger und Zeugen sicherzustellen Allen Angeklagten droht die Todesstrafe.