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Dörfer in Tschetschenien von unbekannter Erkrankung heimgesucht

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Dörfer in Tschetschenien von unbekannter Erkrankung heimgesucht

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In Nordost-Tschetschenien weitet sich eine mysteriöse Erkrankungsserie weiter aus. Rund 75 Personen in der Stadt Schelkowskoj mußten bislang mit Atemnot und Kopfschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Russische Ermittlungsbeamte schließen eine Vergiftung durch radioaktive oder chemische Stoffe bislang aus.

Luft und Wasser seien sauber, auch gebe es keine Strahlung in den Wohnorten der erkrankten Kinder. Die Betroffene Asra Usmanova berichtet, sie könne kaum mehr atmen und sprechen. Es falle ihr schwer, sich auszudrücken.

Erste Vergiftungsfälle waren bereits am Anfang Dezember aus der Ortschaft Starogladkowskaja gemeldet worden. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind betroffen. Unter den erkrankten Personen finden sich bislang nur drei männlichen Geschlechts. Die Ärztin Maidat Mumaeva sagt, die Betroffenen glauben zu ersticken, sie weinen und schreien und springen dann plötzlich auf. Sie haben Todesangst und sind nicht mehr ansprechbar und würden nur ständig schreien.

Die Behörden gehen von einer Massenpsychose aus, da die Menschen in Tschetschenien durch das Kriegsgeschehen jahrelang psychotraumatischen Erlebnissen ausgesetzt gewesen seien. Bis genaue Untersuchungsergebnisse von Blutproben vorliegen, wurden die Schulen der betroffenen Dörfer unter Quarantäne gestellt.