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Saddam: Neue Folterwürfe gegen die Amerikaner

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Saddam: Neue Folterwürfe gegen die Amerikaner

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Saddam Hussein hat das amerikanische Militär erneut beschuldigt, ihn gefoltert zu haben. Das Weiße Haus lüge, wenn es das bestreite, es sei überhaupt Lügner Nummer Eins auf der Welt. Die Wundmale seien an seinem ganzen Körper zu sehen. Das amerikanische Außenministerium hat die Folter-Vorwürfe als absurd zurückgewiesen. Dennoch hat die amerikanische Botschaft in Baghdad eine Untersuchung angekündigt.

Die irakische Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde eine Überstellung Saddams in irakischen Gewahrsam beantragen, sollte auch nur ein Fünkchen Wahrheit an seinen Vorwürfen sein. Allerdings könne er sich eine Misshandlung Saddams nicht vorstellen, meinte Staatsanwalt Jaafa Moussavi, denn der habe in seiner Zelle zum Beispiel immer eine Klimaanlage gehabt, auch wenn sonst in Baghdad der Strom ausfiel, und die amerikanische Botschaft stellte die Frage, warum Saddam diese Vorwürfe dann nicht früher erhoben habe. Auch Saddams Halbbruder, Barzan al-Tiriti, früher Chef der Geheimpolizei, sagte, er sei in der Haft gefoltert worden. Prozessbeobachter halten das Ganze für ein Ablenkungsmanöver, denn im Prozess ging es eigentlich um eine Strafaktion aus dem Jahre 1982. Damals waren in der Schiiten-Stadt Dejeel 148 Menschen summarisch hingerichtet worden — als Vergeltung für einen Attentatsversuch gegen den Diktator. Zwei Zeugen hatten detailliert ausgesagt, wie sie unter Anleitung von Saddams Halbbruder gefoltert wurden.