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Russlands Verteidigungsminister droht der Ukraine

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Russlands Verteidigungsminister droht der Ukraine

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Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine droht zu eskalieren. Nachdem ukrainische Politiker gedroht hatten, wegen der erhöhten Gaspreisforderungeneine höhere Pacht für die russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol zu verlangen oder den Stützpunkt zu schließen, kam aus Russland postwendend eine scharfe Reaktion. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow warnte Kiew vor Änderungen des Vertrags über die Schwarzmeerflotte. Die Vereinbarung sei ein Teil des Freundschaftsvertrags beider Länder, sagte Iwanow – und in diesem Vertrag sei auch die gegenseitige Anerkennung der Grenzen festgeschrieben. Eine Änderung dieser Übereinkunft könne, so Iwanow wörtlich, verhängnisvoll sein. Der russische Energieversorger Gazprom hatte angekündigt, die Preise für seine Lieferungen in die Ukraine ab Januar zu verfünffachen.

Der Streit zwischen den Ländern könnte auch wirtschaftliche Auswirkungen für Westeuropa haben: 80 Prozent der für die Region bestimmten Gasexporte fließen über ukrainisches Territorium. Bei Gazprom hieß es bereits, wenn keine Einigung zu Stande komme, dürfe die Ukraine keinesfalls die für Europa bestimmten Exporte anzapfen. Kiew erklärte dazu, im Vertrag mit Gazprom sei das Recht der Ukraine festgeschrieben, 15 Prozent der über ihr Territorium transportierten Gasmenge als Transitgebühr abzuschöpfen.