Eilmeldung

Eilmeldung

Gespräche in Moskau im Gasstreit mit der Ukraine

Sie lesen gerade:

Gespräche in Moskau im Gasstreit mit der Ukraine

Schriftgrösse Aa Aa

Im Streit um die russischen Gaslieferungen wird der ukrainische Energieminister Iwan Platschkow heute zu weiteren Verhandlungen in Moskau erwartet. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin telefoniert. Der Streit der beiden Regierungen hatte sich am Dienstag weiter verschärft.Juschtschenkos Regierungschef Juri Echanurow kündigte gestern an, die Ukraine werde von dem nach Europa durchgeleiteten russischen Erdgas künftig 15 Prozent als Transit-Entgeld einbehalten. Ukrainische Politiker drohten ausserdem damit, die Pacht für die russische Marinebasis in Sewastopol anzuheben. Daraufhin warnte Russlands Verteidigungsminister Iwanow die Ukraine scharf vor einer Abkehr von der Flottenvereinbarung: Diese sei Teil des Freundschaftsvertrages von 1997, der auch die gegenseitige Anerkennung der Grenzen umfasse, betonte Iwanow. Der russische Energiekonzern Gasprom will die Lieferungen an die Ukraine am 1.Januar einstellen, falls Kiev den neuen, fünf Mal höheren Preis nicht akzeptiert. Sollte die Ukraine dann für Europa bestimmtes Gas einbehalten, wäre dies Diebstahl, sagte Gasprom-Sprecher Sergei Kuprianow, Diebstahl an der Europäischen Union, der die Ukraine doch beitreten wolle. Und der stellvertretende Gasprom-Chef Alexander Medvedev erinnerte die Ukraine in einem Fernsehinterview daran, dass ihr die EU den Status einer Marktwirtschaft zuerkannt habe, und falls Kiev nun keine Marktpreise zahlen wolle, würde das die marktübliche Folge haben: keine Lieferung.