Eilmeldung

Eilmeldung

Hamas könnte Nutzen aus Fatah-Streit ziehen

Sie lesen gerade:

Hamas könnte Nutzen aus Fatah-Streit ziehen

Schriftgrösse Aa Aa

In der Fatah-Bewegung brodelt es schon lange. Immer wieder zeichnete sich in der Vergangenheit eine Spaltung der traditionsreichen Palästinenserbewegung ab. Dass sie nun erneut in letzter Sekunde verhindert wurde, heißt nicht, dass die Partei nicht doch noch bald auseinander bricht.

Die Fatah-Bewegung wurde im Jahr 1959 in Kuweit gegründet, unter anderem vom späteren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Erklärtes Ziel der Guerilla-Organisation: Die “komplette Befreiung Palästinas und die Vernichtung der politischen, militärischen und kulturellen Existenz der Zionisten”. Nach Jahren des bewaffneten Kampfes bringt das Jahr 1994 mit dem Osloer Friedensabkommen eine neue Wendung im Nahost-Konflikt: Unter großem Jubel der Palästinenser kommt Arafat aus dem Exil zurück in den Gazastreifen und mit ihm seine Anhänger, die “alte Garde”.

Schon damals regte sich Widerstand durch die “junge Garde”: Diejenigen, die während der ersten Infitifada geblieben waren, forderten mehr Einfluss. Doch Arafat hielt die Fäden der Macht in der Hand. Kurz vor seinem Tod vor gut einem Jahr brandete der Streit zwischen den FAtah-Strömungen erneut auf. Nun, kurz vor der Parlamentswahl, drohte er zu eskalieren. Die junge Garde forderte von Arafats Nachfolger, Mahmud Abbas, mehr Macht.

Dieser hatte Vertreter der alten Garde auf die Wahllisten gesetzt. Auch Ministerpräsident Ahmed Kureia war von seinem Amt zurückgetreten. Nun dementierte er jedoch, dass er diesen Schritt gegangen sei, weil er sich auf die Kandidatenliste setzen lassen wollte. Eine Einigung in letzter Minute verhinderte die Spaltung der Fatah nun doch noch: Jetzt finden sich Vertreter der neuen und der alten Garde auf einer gemeinsamen Liste. Ganz oben steht der Name Marwan Bargutis.

Der in Israel wegen Mordes inhaftierte Palästinenser-Führer genießt bei vielen hohes Ansehen. Beobachter sehen in ihm die einzige Chance für die Fatah Bewegung, die Parlamentswahlen zu gewinnen. Denn zur Zeit legt die radikale Hamas-Bewegung in Umfragewerten deutlich zu. Sie könnte es sein, die aus dem jahrelang schwelenden internen Konflikt der Fatah am 25. Janur den Nutzen zieht.