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Startschuß für europäisches Navigationssystem Galileo geglückt

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Startschuß für europäisches Navigationssystem Galileo geglückt

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Mit dem erfolgreichen Start des ersten Testsatelliten hat die europäische Raumfahrt den Aufbau ihres milliardenteuren Navigationssystems Galileo begonnen. Vom Weltraumhafen Baikonur in Kasachstan trug eine russische Sojus-Trägerrakete den Satelliten “Giove-A” auf eine Umlaufbahn von 23 200 Kilometern Höhe. “Der Satellit hat erste Signale zur festgelegten Zeit gesandt. Alles sieht gut aus”, sagte Martin Sweeting von der britischen Herstellerfirma. Der Satellit soll Frequenzrechte sichern und neue Technologien testen, darunter die präziseste jemals ins All geschickte Atomuhr. Die ESA muss bis kommenden Juni nachweisen, dass sie die von der Internationalen Fernmeldebehörde ITU für Galileo reservierten Frequenzbänder tatsächlich nutzen kann, sonst verliert sie die Nutzungsrechte. Galileo ist das erste globale Navigationssystem, das speziell für zivile Bedürfnisse konzipiert wurde. Das System ist als Alternative zum GPS konzipiert, das vom US-Militär kontrolliert wird. Bis Ende 2010 sollen 30 Galileo-Satelliten die Erde umkreisen und eine bis auf zehn Zentimeter genaue Ortsbestimmung zulassen. Das auf insgesamt 3,8 Milliarden Euro veranschlagte Projekt wird von der Europäischen Union, der ESA sowie u.a. China, Indien und Israel finanziert. Galileo will vom kräftig wachsenden Weltmarkt für Navigation profitieren, beispielsweise bei der Verkehrsführung, in der Sicherheitstechnik und bei Maut-Systemen. Dadurch sollen bis zu 140.000 Arbeitsplätze entstehen.