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Aufregung in Österreich um EU-Plakate: Künstler ziehen ein Motiv zurück

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Aufregung in Österreich um EU-Plakate: Künstler ziehen ein Motiv zurück

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Zwei Plakate versetzen Österreich in Aufruhr: Ein Damenslip mit Eurosternen und die Darstellung dreier nackter Akteure in eindeutiger Pose mit den Masken von George W. Bush, Jacques Chirac und der britischen Queen. Die Poster sind Teil einer Aktion zum Beginn der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft. Insgesamt 150 Plakate mit EU-Motiven werden in Wien gezeigt – aber nur zwei erregen die Gemüter der Österreicher. Die Reaktionen bei den Wienern reichen von “pervers” bis zu “sexistisch”.

Die Künstlergruppe “25 peaces” kann die Aufregung rund um ihre Kampagne nicht verstehen. Eines der Plakate wende sich konkret gegen die Globalisierung, das andere ironisiere die EU, hieß es. Für die Kritiker der Kampagne, darunter die sozialdemokratische Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, ist dies jedoch keine ausreichende Entschuldigung. “Ich fordere, dass diese Plakate zurückgezogen werden”, sagte Burgstaller. “Das ist nicht gut für Europa und ich halte es für frauenfeindlich, solche Motive für Europa zu zeigen.” Offen ist auch die Frage, ob das Bundeskanzleramt in Wien die Aktion tatsächlich mit 500.000 Euro mitfinanziert hat. Die Sprecherin von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bestritt, dass Steuergelder geflossen seien – vielmehr sei das Projekt durch externes Sponsering unterstützt worden. Zudem ließ Schüssel ausrichten, dass er nicht die Möglichkeit habe, die Kampagne schlicht zu verbieten – dies sei eine Entscheidung der Künstler. Diese lenken tatsächlich ein: Ab der kommenden Woche soll eines der anstößigen Sujets nicht mehr gezeigt werden, hieß es. Um welches es sich handelt, wurde freilich nicht dazugesagt.