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Weiterhin keine Einigung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

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Weiterhin keine Einigung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

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Der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine bleibt ungelöst: Auch drei Tage vor der von Moskau angedrohten Einstellung der Gaslieferungen konnten beide Seiten bei einem Treffen in der russischen Hauptstadt keinen Kompromiss finden. Nach den gescheiterten Verhandlungen bestätigte der russische Präsident Wladimir Putin, Moskau habe Kiew einen Kredit von drei Milliarden Euro angeboten. Damit könnte die Ukraine die höheren Gas-Preise zahlen. Der Präsident der Ukraine, Viktor Juschtschenko, lehnte diesen Vorschlag ab. Seine Begründung: Sein Land akzeptiere schlicht den von Russland geforderten Preis nicht.

Der Energie-Experte Dimitri Trenin ist der Meinung, Kiew müsse einlenken: “Man kann nicht alles auf einmal haben”, so Trenin. “Wenn die ukrainische Regierung ihre Zukunft im Westen sieht, dann muss sie wissen, dass ihre Beziehung zu Russland sich ändern wird.” Das staatliche russische Energieunternehmen Gasprom fordert von Kiew ab dem kommenden Jahr einen um fast das Fünffache erhöhten Preis für seine Gaslieferungen. Wenn die Ukraine nicht bereit ist, diesen zu zahlen, will das Unternehmen die Gaslieferungen einstellen. Der Streit könnte auch die Energieversorgung in Teilen der Europäischen Union betreffen. 80 Prozent aller Gasprom-Lieferungen fließen durch die Ukraine; zahlreiche westliche Länder werden von dem russischen Unternehmen versorgt. Allein Deutschland erhält auf diesem Wege 36 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Der ukrainische Energiekonzern Naftogas, der für den Gastransport über ukrainisches Gebiet zuständig ist, versicherte jedoch, dass alle Verpflichtungen gegenüber Europa eingehalten würden – auch dann, wenn sich die Ukraine und Russland bis zum 1. Januar nicht geeinigt hätten.