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Machtpoker zwischen Russland und Ukraine in entscheidender Phase

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Machtpoker zwischen Russland und Ukraine in entscheidender Phase

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Showdown im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Noch immer zeigen sich beide Seiten unnachgiebig. Der russische Gasproduzent Gazprom bereitet inzwischen Maßnahmen für eine Reduzierung der Lieferungen vor, nachdem zum Jahreswechsel der gültigen Gasverträge mit der Ukraine ausgelaufen sind. Unterdessen hat Turkmenistan angekündigt, seine Gaslieferungen an die Ukraine auszuweiten, sollte Gazprom seine Drohung wahrmachen.

Auch heute werden aber in Moskau die Verhandlungen über erhöhte Exportpreise für russisches Gas an die Ukraine fortgesetzt. Gazprom und die russische Regierung stehen auf dem Standpunkt, die Ukraine müsse als freie Marktwirtschaft nun auch Weltmarktpreise für Gas bezahlen. Dies käme einer Erhöhung um fast das fünffache auf rund 195 Euro je 1000 Kubikmeter Gas gleich. Der Preis entspräche dem Niveau auf dem europäischen Gasmarkt. Achillesferse der Russen ist aber die Tatsache, dass sie ihre Gaslieferungen nach Westeuropa durch die Ukraine leiten müssen. Und auch der Mietpreis für die Stützpunkte der russischen Schwarzmeerflotte, den Kiev Moskau in Rechnung stellt, gilt als Druckmittel der ukrainischen Führung. Bislang zeigt sich Russland in den Verhandlungen nach ukrainischen Angaben kompromisslos und habe zwölf Vorschläge aus Kiev zur Beilegung des Konfliktes abgelehnt.