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Mehrere Tote bei Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizei in Kairo

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Mehrere Tote bei Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizei in Kairo

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Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen sudanesischen Flüchtlingen und der ägyptischen Polizei sind in Kairo mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Rund 60 Polizisten und Sudanesen wurden verletzt. Tausende Sicherheitskräfte gingen mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Flüchtlinge vor; diese wehrten sich mit Knüppeln.

Anlass für die Unruhen war die Weigerung der Flüchtlinge, einen zentralen Platz in Kairo zu verlassen, auf dem sie seit Ende September campierten. Sie protestierten damit gegen die Entscheidung des UN-Flüchtlingshochkommissariats, den Sudanesen wegen des Abschlusses eines Friedensvertrages in ihrem Heimatland keinen Flüchtlingsstatus mehr zu gewähren. Die meisten Sudanesen waren schon vor Jahren vor dem inzwischen beendeten Bürgerkrieg im Südsudan nach Ägypten geflohen. In dem improvisierten Camp vor dem UNO-Sitz in Kairo befanden sich rund 3500 Sudanesen, darunter zahlreiche Frauen und Kleinkinder. Sie forderten vom UNHCR eine Überprüfung ihrer Asylanträge und die Bearbeitung ihrer Ausreisegesuche. Die meisten von ihnen wollten in Drittländer wie die USA, Kanada und Australien ausreisen. Das Hochkommissariat hatte zuletzt erklärt, es könne wegen der großen Zahl der Flüchtlinge nicht für alle den Transport in ein anderes Land organisieren. In den vergangegen drei Monaten waren mehrere Flüchtlinge wegen der schlechten Zustände in dem Lager gestorben.