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Wird auch Europa der Gashahn abgedreht?

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Wird auch Europa der Gashahn abgedreht?

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Die Zeit wird knapp – der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland droht zu eskalieren. Auch die Europäische Union ist beunruhigt. Sie bestellte für kommenden Mittwoch Experten aller 25 Mitgliedsstaaten zu einer Sondersitzung nach Brüssel. Sie sollen über mögliche Folgen für die EU diskutieren. Russland fordert von Kiew ab dem 1. Januar für seine Gaslieferungen einen fast um das Fünffache höheren Preis als bisher, den die Ukraine nicht bezahlen will.

Gazprom-chef Alexej Miller betonte, sein Unternehmen werde Ernst machen und den Gashahn abdrehen: “Wenn die Ukraine nicht noch in den letzten Stunden vor dem Neuen Jahr einen Vertrag unterschreibt, dann werden wir am 1. Januar Punkt zehn Uhr Moskauer Zeit die Gaslieferungen aus Russland in die Ukraine komplett stoppen. Wir werden eindeutig und entschlossen handeln.” Die EU bezieht etwa ein Viertel ihres Gases aus Russland. 80 Prozent davon, insgesamt 112 Milliarden Kubikmeter, werden über das Gebiet der Ukraine geleitet.

Der größte Abnehmer russischen Erdgases ist Deutschland mit über 36 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Lediglich ein Sechstel der über die Ukraine transportierte Menge ist für das Land selbst bestimmt. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko bat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin in einem Brief um einen Aufschub bis zum 10. Januar. Die Experten bräuchten noch einige Tage, um einen neuen Vertrag bis 2006 auszuhandeln. Gasprom lehnte dies mit der Begründung ab, dies sei nur der Versuch, Zeit zu schinden.