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24 Stunden vor russischem Ultimatum: Gasstreit zwischen Moskau und Kiew spitzt sich zu

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24 Stunden vor russischem Ultimatum: Gasstreit zwischen Moskau und Kiew spitzt sich zu

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Russland zeigt sich im Gasstreit mit der Ukraine unnachgiebig. Moskau fordert von Kiew ab dem 1.Januar für seine Gaslieferungen einen fast um das fünffache höheren Preis als bisher, den die Ukraine nicht bezahen will.

Die Ukraine bat um einen Aufschub bis 10.Januar, was die staatliche russische Gazprom ablehnte. Der Präsident der Ukraine, Viktor Juschtschenko, bezeichnete die Preisforderungen als zu hoch und unberechtigt. Russland hingegen behauptet, Gaslieferungen an die Ukraine nicht länger subventionieren zu können und verlangt nun Marktpreise, die europäischen Standards entsprechen. Gazprom-Chef Alexej Miller äußerte: “Wenn die Ukraine nicht noch in den letzten Stunden vor Neujahr einen Vertrag unterschreibt, dann werden wir am 1.Januar die Gaslieferungen stoppen.” Als Zeitpunkt nannte er den 1.Januar um 10 Uhr Moskauer Zeit. Er fügte hinzu, man wolle eindeutig und entschlossen handeln. Die EU bezieht etwa ein Viertel ihres Gases aus Russland. 80 Prozent davon, insgesamt 112 Milliarden Kubikmeter, werden über das Gebiet der Ukraine geleitet. Der größte Abnehmer russischen Erdgases ist Deutschland mit über 36 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Die Nervosität angesichts des Gasstreits steigt auch in der EU. Am 4.Januar soll ein Sondertreffen zum Thema stattfinden. Die Ukraine wertet den russischen Vorstoß als Sanktionsmaßnahme gegen die pro-westliche Politik Kiews, Moskau bestreitet dies.