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Nach Ablauf des Ultimatums: Gasprom dreht Ukraine Gashahn zu

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Nach Ablauf des Ultimatums: Gasprom dreht Ukraine Gashahn zu

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Nach Ablauf des Ultimatums im russisch-ukrainischen Gasstreit hat Gasprom mit der Einstellung der Lieferungen begonnen. Nach Angaben eines Konzernsprechers wurde der Druck in den Erdgaspipelines stark reduziert. Zuvor hatte die Ukraine den jüngsten russischen Kompromissvorschlag abgelehnt. Die pro-westliche Regierung in Kiew sah darin einen Erpressungsversuch. Moskau nutze seine Kontrolle über massive Energievorkommen als politische Waffe, hieß es.

Der staatliche Moskauer Gasriese Gasprom will der Ukraine nicht mehr günstige Sonderkonditionen einräumen, sondern verlangt künftig eine Lieferung zu Marktpreisen. Dadurch würde sich die ukrainische Gasrechnung etwa verfünffachen. Entgegen früheren Ankündigungen hatte sich der russische Präsident Wladimir Putin kurz vor Ende des Ultimatums in den Streit eingeschaltet. Er bot der Ukraine an, russisches Gas weitere drei Monate zu den alten Bedingungen zu liefern. Erst danach solle der Preis pro 1000 Kubikmeter Gas auf knapp 200 Euro angehoben werden. Gasprom transportiert durch die Ukraine etwa 112 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Ein Großteil davon ist für Abnehmer in Westeuropa. Diese Exporte sollen wie bisher weiter gehen. Unterdessen demonstrierte der ukrainische Präsident Viktor Juschenko Härte. In seiner Neujahrsansprache forderte er eine größere wirtschaftliche Unabhängigkeit seines Landes von Russland.