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Britische Gesundheitsreform erlaubt freie Wahl des Krankenhauses

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Britische Gesundheitsreform erlaubt freie Wahl des Krankenhauses

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In Großbritannien dürfen Patienten, die nicht privat versichert sind, sei Jahresbeginn für eine stationäre Behandlung zwischen mindestens vier Krankenhäusern auswählen. Bislang mussten Patienten des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS an das nächstliegende Krankenhaus überwiesen werden, nur Privatpatienten hatten die Wahl. Der NHS ist fast vollständig steuerfinanziert und wird weitgehend vom Staat verwaltet. Dies sei ein großer Schritt nach vorn für den NHS, sagt Gesundheitsministerin Patricia Hewitt. Davon würden in diesem Jahr rund neun-einhalb Millionen Patienten betroffen sein, fügte die Ministerin hinzu. Sie erwartet einen Leistungswettbewerb der Krankenhäuser und dadurch eine allgemeine Qualitätssteigerung. Doch Gewerkschafter und Oppositionspolitiker sind nicht überzeugt. Es seien bereits Rekordsummen in den NHS gesteckt worden, sagt Steve Webb, gesundheitspolitischer Sprecher der oppositionellen Liberaldemokraten, und da stelle sich die Frage, warum dennoch die Patienten auf die Suche nach hochwertiger Behandlung geschickt werden müssten. Vergleichende Untersuchungen ergaben zum Teil erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den britischen Krankenhäusern. Die entsprechenden Informationen werden den Patienten zur Verfügung gestellt, doch viele dürften dadurch überfordert sein, geben Ärzte zu bedenken. Kritiker der Reform befürchten, dass der Leistungswettbewerb zur Schließung der schwächeren Krankenhäuser führen wird.