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EU-Länder vom Gasstreit betroffen

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EU-Länder vom Gasstreit betroffen

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Niemand in Europa braucht Angst davor zu haben, sein Teewasser nicht mehr warm zu bekommen, so beruhigenseuropäische Energiekonzerne momentan ihre Verbraucher. Dennoch: In einigen EU-Ländern kommt bereits weniger Erdgas an, als zuvor. Der russisch-ukrainische Streit sorgt bei der Europäischen Union immerhin für so viel Sorge, dass die Brüsseler Behörde ihre Energieexperten zu einer Sondersitzung einberief.

Ihre Ängste könnten durch neue Anschuldigungen des staatlichen russischen Unternehmens Gazprom genährt werden: “Wir haben Informationen, dass die Ukraine damit begonnen hat, russisches Gas, das für Europa bestimmt ist, abzuzapfen”, so ein Gazprom-Sprecher. Die EU bezieht ein Viertel ihres Gases aus Russland. Davon fließen wiederum 80 Prozent durch die Ukraine in Richtung Westen. Zu den größten Abnehmern russischen Erdgases gehören Italien, die Türkei, Frankreich und Ungarn – auf Platz eins steht Deutschland.

Die baltischen Staaten sind zu 100 Prozent, Polen zu 99 von russischem Gas abhängig, Deutschland zu 37 Prozet, doch Burkhard Bergmann vom Essener Energiekonzern Ruhrgas beschwichtigt: Für den Privatverbrauch wird es keine Auswirkungen geben, es sei denn, die Krise weitet sich aus. Deutschland kommt mit seinen Gas-Reserven 75 Tage über die Runden, Frankreich immerhin noch 45 Tage. Doch Polen und Großbritannien kommen nur zwei Wochen mit ihren eigenen Reserven aus. Die hohe Abhängigkeit von Russland wird noch dadurch verstärkt, dass es nur wenige alternative Gaslieferanten gibt, zum Beispiel die Niederlande oder Norwegen. So fordert die Europäischen Union von Russland und der Ukraine eine möglichst schnelle Einigung im Gas-Streit.