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Geiselnahme-"Boom" im Jemen setzt sich fort

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Geiselnahme-"Boom" im Jemen setzt sich fort

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Im Jemen treibt die Serie von Entführungen immer seltsamere Blüten: Drei von ihren Entführern zunächst freigelassene italienische Touristinnen sind freiwillig in Geiselhaft zurückgekehrt. Die Frauen hätten sich geweigert, von den beiden mit ihnen verschleppten Männern getrennt zu werden. Daraufhin habe man die Italienerinnen wieder den Entführern übergeben, hieß es. Mitglieder des Al-Saidi-Stammes hatten die fünf italienischen Urlauber gestern in der ostjemenitischen Provinz Marib verschleppt. Damit wollen sie acht wegen einer Blutrache inhaftierte Clan-Mitglieder freipressen.

Unterdessen sind in Deutschland weitere Details zur Entführung des Ex- Staatssekretärs Jürgen Chrobog und seiner Familie bekannt geworden. Die Chrobogs waren am Samstag nach vier Tagen freigekommen, nachdem sich Regierung und Stammesführer auf die Beilegung eines Rechtsstreits geeinigt hatten. Vorwürfe, er habe mit der Jemen-Reise leichtfertig gehandelt, wies Chrobog zurück. Die Reiseroute sei von der jemenitischen Regierung ausgesucht worden. Dabei sei ein Stammeskonflikt übersehen worden. Der Regierung in Sanaa könne er aber deshalb keinen Vorwurf machen. Entgegen ersten Meldungen soll es für seine Familie während der Entführung durchaus lebensgefährliche Momente gegeben haben. Die Bundesregierung hat nach Angaben von Chrobog keine Gegenleistung für ihre Freilassung erbracht.