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Kein Ende im Gasstreit zwischen Russland und Ukraine

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Kein Ende im Gasstreit zwischen Russland und Ukraine

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Der russische Energiekonzern Gazprom hat nach Klagen von Abnehmern aus west- und Mitteleuropa über Lieferverluste zusätzliches Gas nach Westen geschickt. Nach Angaben eines Sprechers sind 95 Millionen Kubikmeter in die ukrainischen Pipelines gepumpt worden. Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine verhärten sich die Fronten, nachdem Gazprom am Sonntag die Lieferungen an die Ukraine einstellte.

Die Energieversorger in der EU registrieren einen Druckabfall in den Leitungen, Gazprom macht dafür die Ukrainer verantwortlich. “Die Ukraine hat am 1. Januar 100 Millionen Kubikmeter Gas gestohlen”, sagte Vize-Präsident Alexander Medwedew. “Das entspricht einem Verlust von 25 Millionen Dollar.” Gazprom möchte in Zukunft in der Ukraine marktübliche Preise erzielen, das aber würde die Gasrechnungen im Land nahezu verfünffachen. Die Ukraine weist den Diebstahlvorwurf von sich.

Das Land zehre derzeit von seinen Reserven und Importen aus Turkmenistan. Präsident Viktor Juschtschenko bittet Europa um Hilfe: “Es wäre sehr gut, wenn wir uns europäischen Gepflogenheiten im Gassektor annähern könnten. So könnten wir den Konflikt um Gaspreise und Transitprobleme beilegen.” Die Ukraine wirft Russland vor, mit der Preiserhöhung die pro-westliche Politik des Landes bestrafen zu wollen.