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Gasprom - Russlands "Staat im Staate"

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Gasprom - Russlands "Staat im Staate"

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Im Zentrum des Gas-Streites zwischen der Ukraine und Russland steht Gasprom: Das größte Unternehmen des Landes und einer der weltweit wichtigsten Energielieferanten. Der Erdgas-Riese ist für Moskau auch politisch äußerst relevant. Einige Beobachter sehen in Gazprom den Ersatz für die verlorene militärische Macht Russlands.

25 Prozent ihrer Einnahmen bezieht die russische Föderation allein durch die Steuergelder von Gazprom. Die Umsätze nur dieses Unternehmens machen acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.Ein Grund, weshalb Gasprom bereits öfter “Staat im Staate” genannt wurde. Seit der Ernennung von Dimitriy Medvedev zum Generaldirektor im Jahr 2000 rückte das Unternehmen dem Kreml noch ein Stückchen näher, denn Medvedev ist inzwischen Vize-Ministerpräsident. Ein Jahr später gesellte sich Alexej Miller als neuer Vorstandschef hinzu. Beide stammen aus St. Petersburg und gehören dem engsten Vertrautenkreis von Präsident Wladimir Putin an, der ebenfalls aus St.Petersburg kommt. Viele einflussreiche Geschäftsmänner wie unter anderem Miller, haben Gasprom-Aktien. Jetzt will sich der Konzern ausländischen Investoren öffnen.

Zur Zeit wird das Gasprom-Kapital mit 133 Milliarden Euro beziffert, das ist etwa die Hälfte des weltweit größten Energieunternehmens General Electric. Doch für das kommende Jahr rechnen die Russen damit, ihrem Kapital weitere 55 Milliarden Euro hinzufügen zu können.Jetzt steht also die weitere Öffnung des Aktienkapitals auf dem Programm. Deshalb befindet sich das Unternehmen im Zwiespalt. Zum einen ist da die traditionelle Nähe zum Kreml, zum anderen muss es sich aus marktwirtschaftlichen Gründen weiter öffnen. Gasprom stellt 94 Prozent des Erdgases für Russland, weltweit machen russische Erdgaslieferungen 23 Prozent aus. Seine Erdgas-Reserven beziffert der Konzern selbst auf 26 Tausend MilliardenKubikmeter. Damit verfügt Gasprom über mehr Rohöl- und Erdgasreserven als der Irak.