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Russische Gasexporte nach Europa wieder normalisiert

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Russische Gasexporte nach Europa wieder normalisiert

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Im russisch-ukrainischen Gas-Streit haben Moskau und Kiev ihren verbalen Schlagabtausch fortgesetzt, auch nach dem Eintreffen einer ukrainischen Delegation in Moskau. Unterdessen erreichten die russischen Erdgaslieferungen nach Europa wieder ihr normales Volumen: Der russische Versorger Gasprom pumpte nach eigenen Angaben weitere 95 Millionen Kubikmeter in die Pipelines, die durch die Ukraine nach Westen führen. Am Vortag hatte der Konzern die für die Ukraine bestimmten Gasexporte eingestellt; auch das Nachbarland Moldawien wurde nicht mehr beliefert.

Daraufhin verzeichneten Empfängerstaaten in Mittel- und Westeuropa einen Rückgang der Liefermenge. Moskau warf Kiev vor, zur Durchleitung bestimmtes Gas zum eigenen Verbrauch gstohlen zu haben. Die Energie-Sicherheit Europas ist für Gasprom von entscheidender Bedeutung, sagte Konzernsprecher Sergej Kuprijanow. Deshalb habe Gasprom beschlossen, die von der Ukraine gestohlene Menge aus den Konzernreserven zu ersetzen. Insgesamt habe die Ukraine 100 Millionen Kubikmeter Erdgas abgezweigt, hieß es in Moskau.

In Kiev wurden diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Ukraine halte sich an den bestehenden Liefervertrag, betonte der Sprecher des staatlichen Gaskonzerns Neftegas, Eduard Zanyuk. Der Vorwurf des Diebstahls sei eine Lüge. Der Gas-Streit war entbrannt, als Russland die Ukraine aufforderte, ab Jahresbeginn einen am Weltmarkt orientierten Preis für russisches Erdgas zu zahlen, der fast um das Fünffache über dem bisherigen Preis liegt. Kiev sieht darin den Versuch des Kremls, einen unbotmäßigen Nachbarn zu disziplinieren.